Cultuurfrühschoppen
12. Februar 2012
Amateurkünstlerisch in der Euregio
Beim sechsten Cultuurfrühschoppen im Centre Céramique in Maastricht am 12. Februar wurden die Amateurkünste ins Visier genommen. Guido Wevers, künstlerischer Leiter von VIA2018, hatte hierzu verschiedene Kulturschaffende aus der Euregio eingeladen. Kein Wunder also, dass am Sonntag neben Diskussion auch erneut Musik, und sogar Theater zu erleben waren.
Aus Aachen waren Sibylle Keupen und Jennifer Rumbach angereist um das Projekt Fokus 2018 zu präsentieren. Frau Keupen von der Bleiberger Fabrik berichtete, dass es sich um ein Projekt der Region Aachen handelt, das im Rahmen von VIA2018 entstanden ist. Über einen Zeitraum von sechs Jahren werden Schüler mit der Unterstützung professioneller Fotografen Bilder von sich selber in ihrer Region erstellen. Jennifer Rumbach, eine der Fotografen hatte zum Cultuurfrühschoppen auch ein paar Fotos mitgebracht: atmosphärische Polaroidaufnahmen in denen Schülerinnen des Mädchengymnasiums Jülich sich und ihre Zukunftsträume darstellen. Im Laufe der Jahre werden sie schrittweise den Fokus von sich selbst auf ihre Region ausweiten. In einer großen Retrospektive wird 2018 schließlich die sechsjährige fotografische Entwicklung der Schüler zu sehen sein.
Als weitere Gäste hieß Guido Wevers den Präsident des Mastreechter Staar, dem großen Maastrichter Gesangsverein, wilkommen, sowie Leo Benders vom Huis voor de Kunsten Limburg. Huub Smeets von VIA2018 brachte die Anwesenden auf den neusten Stand im Prozess der Kulturhauptstadtbewerbung. Das grenzüberschreitende Projekt „Aischylos“ präsentierten rund 50 Schüler, in vier verschiedenen Sprachen aus der griechischen Tragödie Medea rezitierend. Gerhard Verfaillie vom Kunstzentrum Hasselt berichtete mit zwei jungen Darstellern aus der Euregio von ihrer belgisch-niederländischen Tanztheaterproduktion „Exit“. Abschliessend unterhielt sich Guido Wevers mit Johannes Arens von der Regio Aachen, von Haus aus Anthropologe, über euregionale Karnevals- und Essgewohnheiten. Die Mutzenmandeln die Arens aus Aachen mitgebracht hatte boten den Anwesenden ein gutes Beispiel für die kulturellen Unterschiede in den Karnevalstraditionen - hatte man doch gerade in der Pause noch Maastrichter „Nonnevotten“ zum Kaffee gereicht bekommen. Arens wies zugleich auf interessante kulturelle Überschneidungen, wenn etwa in Deutschland geradezu selbstverständlich niederländische Karnevals-Lieder erklingen. „In den Traditionen des Karneval sind Muster zu finden, in denen die Verbindung zwischen den verschiedenen Ländern sehr gut funktionieren.“